Von Haus aus kam der Acer Aspire One 110L mit einem Linpus Linux daher. Damit konnte man zwar gut arbeiten, das System war sogar relativ flott, allerdings funktionierten leider zuletzt die Updates nicht mehr. Auf der Suche nach einem neuen Netbook-OS für den kleinen Begleiter bin ich nun fündig geworden. Meine Wahl fiel auf die Ubuntu Netbook Edition.
Installation
Der Acer Aspire One 110L hat zwar kein CD-Laufwerk, dafür lässt er aber das Booten von USB-Stick zu (F12 drücken beim Booten, Auswahl USB-FDD im Boot-Menü). Perfekt für die Netbook-Edition, denn diese kommt in einer ca. 740 MB großen ISO-Datei daher und passt somit locker auf alle gängigen USB-Sticks. Einfach die ISO-Datei kopieren genügt jedoch nicht, der Stick muss vorbereitet werden. Am besten man vertraut diese Arbeit einem speziellen Programm an, ich habe auf UNetbootin zurückgegriffen (via Paralles-Desktop unter Windows).
Von USB-Stick gebootet läuft sie auch schon, die Ubuntu Netbook Edition und man kann sich einen ersten Überblick verschaffen. Gefällt das System so genügt ein Klick auf das Install Ubuntu-Netbook 10.04-Icon in den Favoriten, um den Installationsmanager zu starten. Wenige Klicks später läuft die Installation. Ist diese beendet erscheint ein Popup-Fenster und der Rechner kann zum ersten Mal mit Ubuntu Netbook Edition gestartet werden.
Erste Schritte unter Ubuntu Netbook Edition
Das Starten dauert einen Tick länger als unter Linpus, aber das fällt kaum ins Gewicht. Was danach auf einen wartet ist ein schicker, moderner, aufgeräumter Desktop. Programme werden in Themen-Reiter à la Internet, Büro, Grafik etc. einsortiert. Über den Reiter Favoriten kann auf bevorzugten Programme zugegriffen werden. Am wichtigsten bei einem mobilen Begleiter sind hier natürlich E-Mail-Programm und Browser. Ubuntu bringt dafür Evolution und Firefox mit, man ist also bestens gerüstet. Weitere Programme lassen sich über das Software-Center unter dem Reiter System nachinstallieren. Doch zuvor sollte das System aktualisiert werden.
Aktualisierung des System – Linux stürzt nicht ab!
Über den Reiter System steht eine Aktualisierungsverwaltung zur Verfügung die automatisch prüft, ob Updates für das System zur Verfügung stehen. Startet man das Update sollte man den Rechner je nach Umfang der zur Verfügung stehenden Updates einfach mal eine halbe Stunde oder Stunde in Ruhe lassen. Stört man ihn zwischendurch schadet es zwar nicht dem System, aber vielleicht den Nerven, weil man Angst hat, das System könnte abgestürzt sein. Dem ist nicht so, die Updaterei reizt das Sytem nur unheimlich aus. Das System reagiert extrem träge in diesem Moment. Immer daran denken: Linux stürzt nicht ab!
Skype nachinstallieren
Als Urlaubsbegleiter will man natürlich auch mit den Lieben daheim reden. Wie geht das besser als mit Skype. Nach der Aktualisierung kann Skype über das Software-Center nachinstalliert werden. Hierfür einfach in der Suchmaske des Software-Centers Skype suchen, die neue Software-Quelle akzeptieren und schließlich die Installation starten. Nach erfolgreicher Installation ist Skype unter dem Reiter Internet zu finden.
Skype Probleme mit dem Mikrofon beheben
Meine ersten Tests mit Skype waren ernüchternd. Die ersten Worte kamen deutlich beim Gegenüber an, danach war das Mikrofon aber fast stumm, meine Stimme kaum hörbar. Wie sich im Ubuntu Forum gezeigt hat ist dies ein bekanntes Problem und ein Lösungsansatz ist auch da: Einfach via Software-Center das Paket paman, dahinter verbirgt sich der PulseAudio Device Chooser und PulseAudio-Lautstärkeregler, installieren und dort in den Eigenschaften des Mikrofons einen Kanal ausstellen. Schon klappt es.
Fazit nach zwei Wochen
Ich bin begeistert. Linpus vermisse ich überhaupt nicht. Die Funktionstasten werden unterstützt, Webcam, Mikrofon, Lautsprecher funktionieren auf Anhieb. USB ebenso. Bis auf die Sache mit dem Skype-Mikrofon hatte ich bisher nichts auszusetzen. WLAN-Verbindung – funktioniert. Ethernet-Verbindung – funktioniert. Geschwindigkeit des Systems akzeptabel. Ubuntu Netbook Edition läuft einfach auf dem Acer Aspire One 110L. Was kann man schöneres über ein System sagen.
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