LaTeX auf dem Mac

21 Oktober 2005 von andreas Kommentieren »

Installation

Wie bereits am Mittwoch kurz erwähnt, habe ich mich in letzter Zeit mit LaTeX auf dem Mac beschäftigt. Allen voran stand dabei die Installation der TeX-Distribution, die bei einer Standard-Tiger-Installation ja nicht dabei ist. Hier habe ich mich an diese Anleitung auf ApfelWiki gehalten, bei der alle benötigten Pakete über den i-Installer konfiguriert und installiert werden. Nicht ausprobiert aber beruhigend zur Kenntniss genommen habe ich dabei die angebotene Möglichkeit, die installierten Pakete mit Hilfe eines uninstall-Buttons wieder deinstallieren zu können. Bei der Auswahl des Installationumfangs des TeX-Paketes habe ich eine Full-Installation gemacht. In Anbetracht der Tatsache, dass diese aber mit mehr als 200MB zu Buche schlägt und für Anfänger eigentlich das Basic-Paket als ausreichend angegeben wird, sollte jenes bevorzugt gewählt werden. Bei mir waren die Finger beim Klicken mal wieder schneller als die Augen beim Lesen. »Ah ja, Full, alls druff!«

Die Auswahl des Frontend

Im Prinzip können die TeX-Dateien ja in jedem x-beliebigen Editor geschrieben werden. Allerdings ist dann für die Umwandlung jener Dateien in, sagen wir zum Beispiel fertige PDF-Dokumente, immer ein Ausflug in die Kommandozeile nötig. Eigentlich unnötig, denn es gibt auf dem Markt einige TeX-Editoren, die einem diese Funktionalität im Rahmen ihres Funktionsumfangs zur Verfügung stellen, also ein direktes Setzen des Dokuments mit anschließender Vorschau. Darüber hinaus ist es gang und gäbe dem Benutzer über Shortcuts oder Buttons die Arbeit mit den oftmals recht kryptischen Zeichen und Befehlen TeXs zu vereinfachen.

Auf der Suche nach “dem besten Frontend” habe ich mir drei genauer angesehen: iTeXMax, TeXShop und Texmaker. Während sich meiner Meinung nach TeXShop und iTexMac nicht besonders viel geben, beide Stellen einen grundsoliden, schnellen Editor mit Syntaxhighlighting und vereinzelten Vereinfachungen (Shortcuts) für beispielsweise Texthervorhebungen oder Listen zur Verfügung, ist der Funktionsumfang von Texmaker deutlich größer. So kann wahlweise die Struktur des Dokuments in einer Übersicht linksseitig vom Editorfenster angezeigt werden, oder Shortcuts zu diversen Zeichen wie Pfeile, mathematische und andere Zeichen. Darüber hinaus bietet Texmaker auch Wizards an, zum Beispiel zum Erstellen von Tabellen. Somit wäre Texmaker eigentlich erste Wahl, wenn da nicht ein gravierender Nachteil wäre. Der Texteditor an sich arbeitet grottenlahm! Teilweise gerade noch simultan mit dem Tippen der Tasten, oftmals aber mit Zeitverzögerung erscheinen erst die eingetippten Zeichen auf dem Bildschirm. Das nervt, gerade wenn man schon weiß, dass man sich vertippt hat und man bereits anfängt blind mit Backspace zu korrigieren und sich im Anschluss auf dem Bildschirm im Schneckentempo anschauen kann, wie Buchstabe für Buchstabe des eingegebenen Texts wieder verschwindet. So ist der Editor leider unbrauchbar. Dabei war mein Quelltext mit 147 Zeilen wahrlich nicht lang. Weitere Kritikpunkte an Texmaker sind der zwar zur Verfügung gestellte HTML-Export, der bei mir aber bis auf eine Fehlermeldung nichts auswirft und die Vorschau, die bei mir nie die aktuellste Version der erstellten PDF-Datei anzeigt.

In Folge ist es schwer unter den dreien ein “bestes” Frontend herauszusuchen. Im Prinzip wäre es eine Mischung zwischen TeXShop/iTeXMac und Texmaker. Die Schnelligkeit der beiden ersteren gepaart mit dem Funktionsumfang und den Shortcuts und Erleichterungen von Texmaker. Da es dies bislang noch nicht gibt, habe ich zuletzt sowohl auf TeXShop und Texmaker gesetzt. Während TeXShop für die Editierarbeit zuständig war, nutzte ich Texmaker zum Erstellen von Tabellen oder um die Kommandos für bestimmte Zeichen herauszubekommen.

Hilfreiche Links

Kurzeinstiegshilfen

TeX-Kommandos

Sonstiges

Zum Schluss

Zugegeben, die Arbeit mit TeX ist anfangs etwas holperig. Gerade weil man noch unwissend wegen jedem zweiten Zeichen in irgendeiner Anleitung nachschauen muss, wie man das Zeichen umsetzt. Das führt dann soweit, dass man sogar für Zeichen, für die gar kein spezielles Kommando von Nöten ist, ein solches sucht. ;) Hat man diese Anfangsphase erstmal überwunden, dann geht einem doch vieles schon einfacher von der Hand. Man muss nur durchhalten.

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