Zumindest mir als Zuschauer. Für die Fahrer und Teams scheint es mehr Stress als Spass zu machen. Aber dafür werden sie ja bezahlt. Wovon ich überhaupt rede? Na vom neuen Qualifying-Modus der Formel 1! Achso, noch nicht gemerkt? Die Formel 1 startet dieses Wochenende mit dem Bahrain-Grand Prix in die Saison 2006! Und gleich gut gestartet ist “unser Michael”, hat seine 65. Pole-Position eingefahren und damit mit Ayrton Senna gleichgezogen.
Wie angesprochen hat sich der Qualifying-Modus geändert. Er sieht nun drei Läufe vor. In zwei fünfzehnminütigen, mit leeren Tanks gefahrenen fallen jeweils die schlechtesten sechs raus. So werden erst die Plätze 17-22 und 11-16 ermittelt. Alle auf den Positionen 11-22 können beliebig nachtanken. Die übrigen zehn kämpfen im Anschluss um die zehn besten Startplätze in einem abschließenden zwanzigminütigen Lauf, der allerdings mit der Benzinmenge angegangen werden muss, mit dem auch ins Rennen gestartet wird. Am Ende des Laufes werden die Boliden wieder aufgetankt.
Der Reiz am neuen Modus liegt vor allem in der Zockerei. Man kann sich nämlich schnell verzocken. Fünfzehn Minuten sind schnell vorbei und wenn dann noch etwas dazwischen kommt, wie zum Beispiel heute mit dem Unfall Raikkonens, dann kommt man schnell in Zugzwang. Da könnte ich mir vorstellen werden wir diese Saison noch die eine oder andere Überraschung erleben. Gerade auch, wenn das Wetter mal nicht so strahlend ist, wie jetzt in Bahrain.
Gegenüber dem letzten Lauf, dem Kampf um die Top 10, war ich erst skeptisch aufgrund des Auftankens. Doch heute hat sich gezeigt, dass die Fahrer die Wagen im Grunde innerhalb der 20 Minuten so leer fahren, dass am Ende eigentlich wieder ein Vergleich der Fahrzeuge mit leeren Tanks steht. Natürlich kann man sich nicht hundertprozentig sicher sein, wieviel Benzin am Ende noch im Tank war, aber zumindest kann man es im Vergleich zu den beiden zuvor erzielten Zeiten inetwa einordnen. Sie dürften schon ziemlich leer gewesen sein heute. Und damit passt es wieder. Denn man will ja den vorne sehen, der wirklich der schnellste war und nicht jenen, der einfach weniger getankt hat. Noch schöner wäre es natürlich, wenn auch im dritten Lauf mit “leeren Tanks” gefahren werden dürfte, wofür auch Niki Lauda auf RTL eben plädierte. Aber wie man heute gesehen hat, kann man auch so wie es ist damit leben.
Nach dem Qualfying zeigt sich nun auch zum ersten Mal, wer seine Hausaufgaben über den Winter am besten gemacht hat. Fangen wir mal mit denen an, die keine gute Arbeit geleistet haben: Toyota. Mit den Plätzen 14 (Trulli) und 17 (Schumacher) (Ergebnisse) fährt das Team deutlich hinterher, dabei soll dieses Jahr der erste Sieg her! Davon scheint man meilenweit entfernt. Nicht nur plätze- sondern auch zeitmäßig. Schon verwunderlich. Nicht unbedingt, weil Toyota das höchste Budget hat, Geld macht auch nicht alles möglich, aber weil für Toyota sonst nichts unmöglich ist. Ob in Rennserien in den USA oder in Le Mans, bisher war Toyota nach einer gewissen Zeit dort immer ganz vorne mit dabei! Nur in der Formel 1 läuft es, mittlerweile im fünften Jahr, wenn ich nicht irre, immer noch nicht rund.
Neben Toyota hatte eigentlich nur McLaren einen durchwachsenen Start. Bei Kimi brach gleich im ersten Lauf des Qualifiyings irgendwas im Heck, so dass er keine Zeit abliefern konnte und morgen dann vom letzten Platz ins Rennen gehen muss. Dieses Jahr ist so etwas doppelt bitter, denn es sind ja noch zwei Autos mehr zu überholen. Wobei das bei den Auguri Suzuki jetzt nicht so schwer fallen sollte, so lange sie noch die alten Arrows-Chassis fahren. Montoya lieferte mit Platz 5 solide Arbeit.
Allgemein scheint das Feld sehr dicht zusammen gerückt zu sein. Honda, Renault und Ferrari, vielleicht auch McLaren scheinen etwa gleichauf an der Spitze zu liegen, dahinter scheinen sich Williams, BWM, RBR nicht viel zu schenken, eh dann mit Toyota, Torro Rosso, Midland und Aguri Suziki das Ende des Feldes bilden. Zumindest zu Beginn der Saison scheint also Spannung garantiert. Wie praktisch, dass es mit dem Grand Prix von Malaysia nächste Woche gleich weiter geht. Der Formel 1-Fan musste lange warten, welch Geschenk die Saison gleich mit einem Grand Prix-Doppelwochenende zu beginnen! Ich freue mich aber nun erstmal auf das Rennen morgen. Noch immer überlege ich, ob ich zur Feier des Tages mal ein 5-Euro Tagesticket für das Premiere-Sportportal ziehen soll. Hm.
Ja, das neue Qualifying hat heute richtig Spaß gemacht und wie sagten die Kommentatoren von premiere so schön: “Dagegen war die Qualifikation im letzten Jahr so spannend wie ein Kaffeeklatsch im Altersheim.”
Die Top10-Fahrer können nach der dritten Session wieder den Tank bis zur Füllmenge zu Beginn der Session auffüllen – sie müssen es aber nicht. Wer also von der Pole Position schnell weg will und einen Boxenstop mehr in Kauf nimmt, kann den Tank auch so leicht lassen wie zum Ende des Qualifyings.
Auf jeden Fall hat gleich bei Debut des Modus der Unfall von Kimi gezeigt, dass sich auch die Top-Teams ruckzuck verzocken können und nicht in die nächste Runde kommen. Mal sehen was passiert, wenn so ein Abbruch mal noch später kommt und dann nur einen Hand voll Fahrer eine gezeitete Runde haben.
Ich finde es auch gut, dass ab Platz 11 die Tankmenge beim Start beliebig gewählt werden kann. Somit haben die Hinterbänkler die Möglichkeit über einen langen ersten Stint auch noch in die Punkte zu fahren.
Die neue Saison verspricht auf jeden Fall spannender zu werden als 2005.
Die F1 auf premiere zu schauen hat wesentliche Vorteile: Die Kommentatoren, Moderatoren und Experten mag ich um einiges lieber als die von RTL. Abgesehen von den fehlenden Werbeunterbrechungen ist das schon ein Grund, das Geld bei premiere zu investieren.
Ja, gefällt mir auch seeehr gut. Endlich schläft man nicht mehr ein beim zugucken…
@stonefield: Genau der Gedanke kam mir auch: Was ist, wenn soundsoviel Prozent der Fahrer am Ende noch keine gezeitete Runde haben, es dann aber zu einem Abbruch kommt? Sonderregel oder ist es dann Pech? Müsste eigentlich Pech sein, man hätte ja die Chance zuvor gehabt rauszufahren, sie jedoch nicht genutzt. Ich bin aber sicher, dass es im Laufe der Saison noch zu einer solchen Situation kommen wird. Dann werden wir es ja sehen.
Gut klar, ohne Werbung ist natürlich schon ein Argument. Bessere Kommentatoren, ja, kenne ich von Premiere-Aufzeichnungen, die ich habe, wobei jetzt Christian Danner auch kein so schlechten Job macht, nur in Kombination mit Heiko Wasser ist das teilweise schon etwas Abenteuerlich. Haste heute auch weider gesehen. Während Christian Danner spricht kommt »Team Radio«. Gesagt wird nur ein kurzer Satz. Im Anschluss Heiko Wasser: »Also ich hab jetzt nichts gehört. Gut, wir sind noch am Anfang der Saison, das ist auch was, was sich noch entwickeln muss«, so in der Art. Natürlich kann er nichts hören, wenn Christian Danner nicht aufhört zu schwätzen!
@macwoern: Korrektamente!