Freie Fahrt bitte!

18 März 2006 von andreas Kommentieren »

Wie schon letztes Wochenende angesprochen, das neue Qualifying-Format macht Spaß! Auch am heutigen Samstag in Malaysia war wieder Pfeffer drin. Haarscharf wäre Michael Schumacher bereits in der ersten Runde ausgeschieden, er fuhr dort nicht schneller als unbedingt nötig und platzierte sich auf dem sechzehnten und damit letzten Platz derer, die auch im zweiten Qualifying noch dabei sein dürfen. Hui! Beinahe wäre das Motorenschonen nach hinten losegangen!

Das ist übrigens etwas, was mir überhaupt nicht gefällt. Das neue Qualifying-Format hat dafür gesorgt, dass die Zuschauer wieder öfters fahrende Autos sehen. Schön und gut. Aber es ist auch eine Frage, wie sie fahren! In den beiden 15-Minuten-Sessions wird zum Teil sehr zurückhaltend gefahren, nur das gemacht, was nötig ist, um weiterzukommen (siehe Schumacher heute). Im abschließenden 20-Minuten-Qualifying gilt es erst im Schongang Benzin rauszufahren und Motoren zu schonen, um am Ende es gerade mal für fünf Minuten krachen zu lassen. Sicher ist das alles besser, als gar keine fahrenden Autos zu sehen, aber es ist eben noch nicht perfekt! Man schaut Autorennen um Autos fahren zu sehen! Und zwar am Limit! Leider verhindern dies sowohl im freien Training als auch im Qualifying die aktuellen Reifen- als auch Motorenbeschränkungen Beschränkungen. Eine Lockerung wäre wünschenswert. Die 2-Wochenenden-Regel für Motoren ist doch schrecklich!

In diesem Zuge bin ich auch dafür während eines F1-Wochenendes alles zu machen, dass immer ein Maximum an Rennern auf der Strecke ist, d.h. Autos sollten generell wieder angeschoben werden dürfen, wenn sie mal liegen bleiben und nicht nur dann, wenn sie an einer Gefahrenstelle stehen oder durch Zufall viele Michael Schumacher Fans in der Nähe sind, wie einst am Nürburgring…

In Fahrt scheinen so langsam auch die beiden Toyotas zu kommen. War auch zu erschreckend, wie weit sie in Bahrain hinterherfuhren. Das konnte ja so nicht sein. Nun sind sie zwar nicht gerade auf der Siegerstraße, wo man eigentlich hin wollte, aber immerhin im Mittelfeld vertreten. Nicht, dass ich jetzt Toyota-Fan oder gar Ralf Schumacher-Fan wäre, aber es ist ja immer schön zu sehen, wenn das Feld eng zusammen und damit Quali und Rennen spannend ist.

Allgemein finde ich die Teams und Fahrer in dieser Saison derart sympathisch, dass man quasi mit jedem Rennergebnis leben kann, denn es ist immer etwas dabei, worüber man sich freuen kann. Den in der letzten Saison nicht gerade verwöhnten Ferrari-Jungs gönnt man wieder den Erfolg, vergessen die gähnend langweiligen Jahre zuvor, die kleinen Teams dürfen eh immer, McLaren auch! ;) , Williams als Außenseiter mit irgendwie hip-Faktor ist auch gerne gesehen, nur Alonso und RSC müssen nicht unbedingt so weit vorne sein. Aber das ist halt eine Typfrage. Weniger des Autotyps, sondern des Menschen. Mir sind beide unsympathisch. Naja, Gechmackssache.

Stellt sich zum Schluss nur noch die Frage: Morgen früh aufstehen, oder sich die Wiederholung am Mittag anschauen?

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