Kreuzchen gemacht

26 März 2006 von andreas Kommentieren »

[Bild: Schild - Zum Wahllokal]Staatsbürgerliche Pflicht erfüllt! Habe gewählt! Mein Kreuzchen gemacht. Mein Kreuzchen? Meine Kreuzchen! Vier Wahlzettel werden bei uns ausgehändigt, auf denen zwischen 1 und 71 Stimmen vergeben werden dürfen! Einer der Zettel ist dabei ausgebreitet größer als eine Tageszeitung. Ziemlich unhandlich sag ich da nur. Wer sich das alles wieder ausgedacht hat. Ob der Entscheider jemanden kennt, der in der Papierindustrie…?


Apropos. Zu diesem Hintergrund habe ich etwas in den PAPERnews, Ausgabe 2002, gefunden (bezogen auf die Bundestagswahl): Die Portokosten für die Briefwahl betragen für die etwa 18 Millionen blauen und roten Umschläge rund 3,5 Millionen Euro. Der Stimmzettel als solches besteht aus der Papierqualität »weiß, holzfrei, 80 Gramm pro Quadratmeter«, so dass bei 61,2 Millionen Wahlberechtigten zirka 490 Tonnen Papier bedruckt werden! Die Kosten hierfür bleiben offen, jedoch werden noch ein paar Angaben zur Wahlkampfkostenerstattung gemacht: Jede Partei bekommt mindestens 0,70 Euro-Cent pro erhaltene Stimme aus der Staatskasse überwiesen. Aus diesem Grund sind Wahlverweigerer/Nichtwähler so unbeliebt, ebenso die ungültigen Stimmen, denn auf diesem Weg gehen rund 11 Millionen Euro flöten. Insgesamt bekamen laut PAPERnews die Parteien 2001 für alle Wahlen – ohne Zuschüsse zu den parteinahen politischen Stiftungen – 62,7 Millionen Euro überwiesen. Ich erlaube mir den Schlusssatz originalgetreu zu übernehmen, weil er einfach zu schön ist: »Für viele Kassenwarte das schönste Papier der Welt.«

2 Kommentare

  1. Alex sagt:

    bei uns gabs nur 2 “zettel”.
    der eine auch so groß wie ein Poster, wo man dann 93 Kreuze verteilen durfte.

    ich habe mich an der stelle gefragt, wer sich die Mühe macht.

  2. andreas sagt:

    93 ist ja noch krasser!

    Ich habe glaub ich 9 oder 12 Stimmen direkt vergeben, dann Liste angekreuzt. Sonst sitzt man da ja ewig!