Die New Yorker U-Bahnwagen, die 40 Jahre lang im Einsatz waren, haben ausgedient, wie das ZDF Mittagsmagazin eben berichtete. Sie sind aber keineswegs nutzlos geworden, die bis auf das Stahlgerippe und die Asbestisolierung ausgeschlachteten Wagen werden schätzungsweise die nächsten 25 Jahre Fischen und Pflanzen 20 km vor der Küste New Jerseys einen neuen Lebensraum bieten. Erste Tauchgänge sollen gezeigt haben, dass die künstlichen Riffe zahlreiche Fisch- und Pflanzenarten angezogen haben. So sehen amerikanische Lösungen aus, alle profitieren davon. Die Entsorgung ist billig, sie schafft neuen Lebensraum, also alles bestens. Moment mal, und was ist mit dem Asbest? Der muss bei uns schließlich auf die Sondermülldeponie. Um den müsse man sich gar keine Sorgen machen, so ein Verantwortlicher, der sei nämlich, wenn er einmal mit Wasser in Verbindung gebracht wurde, vollkommen ungefährlich. Na dann!
Asbest ist heute auch ein Thema in der Frankfurter Rundschau. Im Artikel Flugzeugträger irrt als “Fliegender Holländer” durchs Mittelmeer geht es um militärische Altlasten und ihre Entsorgung, bei der es mehr um den Preis geht, als um eine fachgerechte Entsorgung. Ganz oben auf der Liste der Umweltschützer steht dabei wieder mal Amerika. George W. Bush hat den Export zum Zweck des Abwrackens erlaubt, nachdem sich Clinton noch dagegen ausgesprochen hatte. So wird in Kürze der erste Konvoi mit alten Kriegsschiffen voller Schadstoffe in einer Werft in England ankommen. Das US-Militär und die Werften werden ihren Schnitt machen, ob die Umwelt hier auch so gut wegkommt, wie angeblich im Fall der Eisenbahnwagen, mag bezweifelt werden.