Sicherungen sind wichtig. Doch was helfen einem Sicherungen, wenn man nicht weiß, wie man sie im Ernstfall richtig einsetzt? Apple hat in Mac OS X Leopard mit Time Maschine eine Datensicherungsfunktion eingebaut. Die werkelt, einmal eingerichtet, schön im Hintergrund. Heute habe ich den angesprochenen Ernstfall einmal durchgespielt.
Die Rücksicherung
Für die Rücksicherung benötigt man die Mac OS X Leopard-DVD und natürlich das Time Machine-Sicherungslaufwerk. Nachdem von DVD gebootet wurde kann über das Menü die Rücksicherung gestartet werden. Nun muss zum einen die Sicherung auf dem Sicherungslaufwerk ausgewählt werden (alle einzelnen Sicherungspunkte erscheinen) und zum anderen das Ziellaufwerk. Alle Daten auf dem Ziellaufwerk, darauf wird hingewiesen, gehen durch die Rücksicherung verloren. Vor der Rücksicherung könnte über das Menü auch das Festplattendienstprogramm gestartet werden, um zum Beispiel die Platte neu zu formatieren oder zu partitionieren. Gut zu wissen, wenn wirklich einmal die interne Platte gegen eine neue ausgetauscht werden müsste. Ist die Rücksicherung einmal gestartet, kann man sich zurücklehnen. In meiner Konfiguration laut Anzeige ca. 60 Minuten. (120GB HD intern, Sicherungslaufwerk: Iomega Ultramax 1024 über FIreWire angeschlossen)
Der erste Start nach der Sicherung
Positiv ist, dass das System startet. Auf den ersten Blick hat alles geklappt. Die Daten in den persönlichen Ordnern sind vorhanden. Es sähe gut aus, wären da nicht unschöne Fragezeichen im Dock, ein Ordner Namens “Applications” im Finder, der normalerweise unter der Bezeichnung “Programme” auftauchen sollte und würden nicht zwei Drittel aller Programme im Ordner “Applications” fehlen.
Ursache der nicht perfekten Rücksicherung
Es lief also nicht perfekt. Warum? Ein Blick in die Sicherungen auf dem Sicherungslaufwerk erklärt es. Die letzte Time Machine-Sicherung, die ich für die Rücksicherung auswählte, war nicht vollständig. In der letzten Sicherung taucht im Gegensatz zu der vorletzten der “Programme”-Ordner als “Applications” auf und zudem sind in jenem Ordner nur ein Drittel der installierten Programme enthalten, während die vorletzte Sicherung vollständig ist. Warum die letzte Sicherung nicht komplett war habe ich nicht weiter verfolgt.
Was nun?
Lösung 1: Die Rücksicherung einfach erneut starten, diesmal mit der vorletzten Sicherung.
Lösung 2: Manuell die Sache gerade ziehen, d.h. den “Applications”-Ordner wieder umbenennen, die fehlenden Programme nachinstallieren usw.
Entscheidung: Lösung 2.
Ordner “Programme” wiederbeleben
Programme unter Mac OS X werden grundsätzlich im Ordner “Applications” installiert. Der Ordner “Applications” erscheint jedoch, je nach Spracheinstellung, unter einer anderen Bezeichnung, wie zum Beispiel “Programme”. Diese Übersetzung schlägt, wie beschrieben, nach meiner Rücksicherung fehl. Warum? Mac OS X erkennt anhand einer Datei namens .localized, ob ein Ordner übersetzt werden muss. Die Datei “.localized” fehlt aber in meinem “Applications”-Ordner. Also Terminal auf, in den Ordner navigieren und die Datei via “touch .localized” (siehe macosxhints.ch) anlegen. Im Anschluss via “killall Finder” den Finder neu starten und siehe da, der Ordner “Programme” ist wieder da.
Programme nachinstallieren
Wie angesprochen sind in der letzten Datensicherung lediglich ein Drittel der eigentlich installierten Programme enthalten. In den Sicherungen davor sind sie jedoch komplett. Folglich habe ich die fehlenden Progamme einfach von der vorletzten Sicherung in den “Programme”-Ordner kopiert.
Fragezeichen im Dock
Dadurch, dass wie angesprochen nach der Rücksicherung nicht alle Programme zur Verfügung standen, konnten nicht alle Verknüpfungen im Dock aufgelöst weden. Alle Fragezeichen weisen auf ein fehlerhafte Verknüpfung hin. Nachdem die Programme im Punkt zuvor nachinstalliert wurden, sollte sich die Verknüpfung aber wieder heilen. Dem Dock muss hierbei nur etwas auf die Sprünge geholfen werden. Entweder durch einen Neustart oder einem “killall Dock” im Terminal und die Fragezeichen weichen den bekannten Icons.
Fazit
Hm. Ich überlege die ganze Zeit, ob mir Time Machine zwischendrin einmal mitgeteilt hatte, dass die letzte Sicherung nicht sauber gelaufen ist. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Im Endeffekt muss man sagen, dass die Rücksicherung schnell geht und sofern auf eine intakte Sicherung zurückgegriffen wird sicherlich auch ohne weiteres Eingreifen funktioniert. Wie sich bei mir gezeigt hat, kann es aber auch zu Problemen kommen. Die waren zwar lösbar, aber… Schade, dass bei der Rücksicherung kein Hinweis eingeblendet wurde, dass die ausgewählte Sicherung evtl. keine kompletten Daten enthält.
Update
Mittlerweile habe ich mehrfach mein System via Time Maschine wieder zurückgesichert. Immer einwandfrei. Es gibt nichts Einfacheres. Möchte ich nicht mehr missen.