Gääääähn. Der Schlaf kam letzte Nacht etwas zu kurz. Aus “noch ein paar Minuten” wurden mehrere Stunden. Um kurz nach drei zog ich dann die Reißleine, legte das Buch weg. (Und wer ist schuld? DU! (Der oder die Schuldige weiß, wer gemeint ist!
)) Schweren Herzens, denn nur noch 60 Seiten trennten mich von der Lösung. Heute Abend, nur unterbrochen von GZSZ, las ich es zu Ende.
Selten hat mich ein Buch derart gefesselt wie Jan Seghers Die Braut im Schnee. Spannend von Anfang bis Ende. Mal ruhig, dann wieder temporeich. Aber grausam. Fast zu grausam. Bei Dunkelheit rausgehen? Spazieren gehen? Joggen? Heute Nacht undenkbar für mich. Ich schloss sogar das Fenster.
Mittlerweile, der Mörder ist gefasst, hätte ich kein Problem mehr damit. Glaub ich zumindest. Ist ein komisches Gefühl einen Krimi zu lesen, der in der Gegend spielt. Morde geschehen an Orten, die man selbst schon besucht hat. (Nein, nicht als Täter!
) Bereits dies stimmt nachdenklich. Doch wie, darüber habe ich mir nie richtig Gedanken gemacht, sieht eigentlich ein Kommissar der Mordkommission die Welt? Jede Ecke weckt Erinnerungen. Unschöne Erinnerungen. Marthaler, die Hauptfigur, versucht solche Gedanken wegzuwischen. Zu verdrängen. Er zwingt sich dazu, sonst würde er durchdrehen und gar nicht mehr rauskommen. Wie stark muss man in echt sein, um das auszuhalten? Kein Beruf für mich, den ein bloßer Verdacht auf eine einprogrammiete Endlosschleife oder ähnliches beim abendlichen Revue passieren lassen des am Tage getippten Codes schon nicht schlafen lässt.