Archiv für die ‘Welt da draußen’ Kategorie

Umweltschutz durch Förderung der Wegwerf-gesellschaft?

21 Februar 2007

Der neueste Coup zum Klimaschutz kommt aus Australien: Glühbirnenverbot! Hierzulande wird über eine Anpassung der KFZ-Steuer nachgedacht. CO2-Ausstoß als Kriterium. Die Plakettenverordnung wird demnächst unsere Innenstädte vor “alten Dreckschleudern” schützen. Feinstaubgrenzen wollen eingehalten werden. Die gelten aber nur im Freien. Discotheken ausgeschlossen.

Ich will die neuerdings starken Bemühungen vieler Politiker in Sachen Klimaschutz nicht schlecht reden. Irgendwie muss man den Anfang machen. Doch wurde das alles auch mal zu Ende gedacht? Beziehungsweise wäre es zuviel verlangt auch noch einen Schritt weiter zu denken? Fragen/Anregungen/Gedanken:

  • Hat sich schon einmal jemand die Ökobilanz einer Energiesparlampen angesehen bzw. diese verglichen mit einer herkömmlichen Glühbirne? Während eine normale Glühbirne in den Hausmüll wandert, ist eine Energiesparlampe Sondermüll! Quecksilber und je nach Art bestimmte Gase, die der Umwelt auch nicht sonderlich gut tun, sind enthalten. Erstaunlich, dass diese Tatsachen in der Diskussion gar nicht erwähnt werden, schlimmer, dass selbst Umweltgruppen Energiesparlampen als die Heilsbringer empfehlen.
  • Plakettenverordnung schön und gut. Was ist die Folge? Alte Autos, die noch weitere Jahre gefahren werden könnten, werden, sofern möglich, früher als nötg ersetzt. Evtl. gegen Neuwagen. Gut für die Wirtschaft. Aber auch gut für die Umwelt? Ist, wenn man die Energiebilanz inkl. Herstellung, Betrieb, Verschrottung eines Autos in Betracht zieht, dies nicht schädlicher, als wenn man das alte Auto weiter fahren würde?
  • Als Ergänzung zum vorherigen Punkt: Grundsätzlich zu verdammen wären kurze Produktzyklen, schnell kaputt gehende Geräte, schwer wartbare Geräte (statt einer Schraube muss gleich ein ganzer Kotflügel ersetzt werden o.ä. ;) ), schnell veraltete Geräte, Geräte mit schlechter Energiebilanz bei der Herstellung/Betrieb, Verwendung von schädlichen, schwer entsorgbaren Stoffen, Wegwerfspielzeug usw. Energie- und Ressourcenverschwendung. Abhilfe? Hm. Wie klängen Strafzahlungen, wenn bestimmte Werte nicht eingehalten werden? Updatefähigkeit von Geräten gewährleisten/fördern, um auf dem neusten Stand der Technik zu bleiben, ohne gleich ein Neugerät kaufen zu müssen. Stichwort: Module.
  • Warentransporte. Warum sollen nur die Autofahrer gerügt werden. Was ist mit Firmen, die Waren rund um die Welt schicken, per Flugzeug oder per Schiff, nur weil ein Arbeitsschritt dort billiger ist, inklusive Transport!, als hierzulande. Warum müssen Nordseekrabben nach Marokko verfrachtet und dort gepult werden? Gehört sowas dann nicht auch verboten, zugunsten des Klimaschutzes?
  • Zurück vor die eigene Haustür. Früher wurde Sperrmüll und Co vor jener abgeholt. Mittlerweile ist es gang und gäbe, dass Einwohner ihr Zeugs selbst zum Bauhof fahren müssen. Für Oberursel heißt das also, leicht übertrieben, dass jeden Samstag 40000 Leute den Weg zum Bauhof einschlagen. 40000 statt drei, vier große Wagen, die das Zeug einsammeln. Hm.
  • Warum müssen die Züge im Winter überheizt werden. Für’s Schwitzen ist der Sommer da! ;)
  • Förderung regionaler Produkte. Sonderbesteuerung für herangeschaffte Produkte. Kein Mensch braucht bayerisches Bier in hessischen Supermärkten! ;)
  • Was wird gegen furzenden Kühe gemacht? (Klimakiller ersten Ranges aber auch Die Mär vom Klimakiller Kuh)
  • Motorsport? Verbieten! (Nur über meine Leiche! ;) Wurde aber einst von Jutta Ditfurth in der Sendung “Der heiße Stuhl” gefordert…)
  • Warum ist Fliegen eigentlich oftmals billiger als Bahnfahren?
  • Was ist eigentlich aus dem Traum vom papierlosen Büro geworden? Papier-Konsum killt Wälder

Die Liste ließe sich beliebig ergänzen. Am Ende wird man immer zum Schluss kommen, dass es das Beste wäre, die Menschheit würde verschwinden (Alte bekannte Botschaft: “Die Natur braucht uns nicht, aber…”). Da das nicht geht, beziehungsweise diese Entscheidung sicherlich nicht auf große Zustimmung stoßen würde, heißt es Kompromisse zu finden. Radikalschläge kaum möglich. Zuviele Faktoren sind im Spiel. Wirtschaftliche Interessen, Gewinnsicherung, Arbeitsplätze, Lebensqualität erhalten, ebenso Lebensstandards. Man stelle sich vor, von heute auf morgen wäre die Kunstschneeproduktion verboten. Gut für den Klimaschutz. Schlecht für die vom Skitourismus lebenden Regionen. Bang – aus. Von 100 auf 0.

Also womit jetzt anfangen? Neues Auto kaufen? Alle Glühbirnen gegen Energiesparlampen ersetzen? Vielleicht mal klein starten: Mit einem Solarladegerät für den iPod! Wahrscheinlich ist die Herstellung eines solchen Geräts so schädlich wie der herkömmliche Betrieb eines iPods für die nächsten 1000 Jahre. Aber davon hat unsereins ja keine Ahnung, keinen Durchblick. Hauptsache das Gewissen ist beruhigt. So ist das doch. Gesegnet sei an dieser Stelle das Duale System. Man stelle sich vor, man könnte auf die Frage “Was tun sie für den Umweltschutz?”, gerne gestellt und oft gehört in den letzten Tagen, nicht mit: “Ich trenne Müll!” antworten. Schrecklich! Man müsste mit der Wahrheit rausrücken: “Nichts! Ich arbeite sogar gegen ihn! Ich bin doch ein Mensch!”

Nachschlag:

Oho! Eine Diensttreppe!

24 Januar 2007

[Bild: Brücke mit Diensttreppe] [Bild: Diensttreppe]

“Diensttreppe betreten für Unbefugte verboten”, laß ich kürzlich, als ich aus dem Wald am Tierheim vorbei kommend in Richtung Rosengärtchen ging und registrierte erst gar nicht, was ich da gesehen und gelesen hatte. Ich lief ein Stück weiter, eh meine Gehirn die Information so langsam verarbeitet hatte und an den Bereich für Komisches, Amüsantes und Absurdes Signale sandte. “Nee, das konnte doch nicht sein”, dachte ich mir: “Die haben doch da jetzt keine beidseitige Beschilderung für eine Treppe bei einer Brücke mitten in der Pampa gemacht?” Doch, haben sie. Okay, über die Brücke führt die B455, aber dennoch liegt sie mitten auf dem Weg in den Wald. Mal außer Acht gelassen, ob die ausgesprochene Warnung im Ernstfall überhaupt Beachtung fände, denke ich bleibt die Frage berechtigt, ob für jenen Hinweis ein direkt am Mauerwerk angebrachtes Schild oder ein auf die Treppe gepinseltes “Betreten verboten” nicht auch ausgereicht hätte. Kostengünstiger wäre es mit Sicherheit gewesen. Aber, wir haben’s ja. Noch. Irgendwie. Irgendwie immer. Noch. ;)

Ein Lichtblick ist, …

23 Dezember 2006

… wenn gleich das dritte Birnchen einer 30-Birnchen-Lichterkette jenes ist, das die Lichterkette dunkel werden ließ.

Der Fluch der Unterbrechung

19 Dezember 2006

Zu diskutieren wäre, ob die Arbeit als solches nicht auch schon ein Fluch ist. ;) Doch wie will man das heutzutage noch beurteilen? Wer kommt denn noch vor lauter Ablenkung in den “Genuss” seiner eigentlichen Arbeit nachgehen zu können? Über den Fluch der Unterbrechung und überflüssige E-Mails berichten die Zeit und die Süddeutsche. Ich glaube jeder, der einen Bürojob hat, wird sich in diesen Artikeln wiederfinden.

Schutz aus der Steinzeit

12 November 2006
“Die Vernebelungsanlagen am Atomkraftwerk Grohnde zum besseren Schutz vor Terrorangriffen sind nun betriebsbereit. Das ‘Tarnkonzept’ sei weltweit einzigartig…”

Tarn-Nebel am Atommeiler Grohnde einsatzbereit, NDR

Ist mir klar, dass dieses “Tarnkonzept” weltweit einzigartig ist. Wer glaubt in Zeiten von GPS ein Atomkraftwerk sicher hinter Tarnnebel verstecken zu können, lebt noch in der Steinzeit.

Dass Lebkuchen schon im Oktober…

11 Oktober 2006

… in den Läden stehen ist ja mittlerweile normal. Daran hat man sich gewöhnt Doch damit nicht genug! Da fährt man ganz friedlich, lieb, nichts ahnend hr3 lauschend nach Hause und schwuppdiwupp gehört man zu den ersten dieses Jahres, die in den Genuss eines ganz besonderen Lieds kommen. Ihr wisst, welches ich meine? Richtig! Wham »Last Christmas«. Heute, 11. Oktober, kurz nach 18 Uhr, gespielt auf hr3. Doch das Schlimmste kommt noch: Es war ein Musikwunsch eines hr3-Hörers! Also auch noch einer von uns hier draußen. Der Hörer meinte, es würde gut zu dem bereits in den Läden angebotenen Weihnachtsgebäck, oben bereits angesprochen, passen. Wie kann man nur so grausam sein!

Von wegen Brasilianer…

29 August 2006

Ha, von wegen Verkehrschaos, wenn die Brasilianer kommen. Verkehrschaos, wenn die Schülerinnen und Schüler kommen! So sieht’s aus, in Königstein im Taunus!

Von Fluppen und Flocken

31 Mai 2006

RTL Explosiv hat aufgeklärt: Laut eines Experten beträgt der Produktionspreis, Produktionspreise sind für mich als Kapilander natürlich immer interessant, weil man, so sie einem bekannt sind, die Angebote auf dem Markt erst richtig einschätzen kann, für eine Zigarette wahnsinnige 2,9 Cent! Mal schnell hochgerechnet auf eine Packung à – Wieviel? 18 Stück? – macht 52,2 Cent pro Packung. Die Differenz zum Verkaufpreis verteilt sich somit auf in Gewinn für die Beteiligten und Steuern. Ah, und nicht zu vergessen Frauen und Flitzer, wofür alle Formel-1-Fans dankbar sind. Bleibt also folgende Kette im Sinne von frisch fromm fröhlich frei zum Thema Rauchen festzuhalten: Fluppe -> Flocken -> Frauen -> Flitzer. Wer würde nicht mindestens für eines dieser Fs mal in Erwägung ziehen, mal über seinen Schatten springen, und sich eine Fluppe anstecken. Sogar Kollege Bruce wurde heute zum Weltnichtrauchertag rückfällig. Bei ihm war`s die Nervösität, hervorgerufen vom vorletzten F. Verständlich, wenn man reinhört.

Lidl und das 1-Monat-Rückgaberecht

10 Mai 2006

Als ich kürzlich zum ersten Mal den neuen Lidl in Oberursel besuchte – und auch etwas einkaufte – fiel mir folgender Aufdruck auf dem Kassenzettel auf: »Rückgaberecht innerhalb eines Monats gegen Vorlage dieses Kassenbons«. Da stutzte ich. Sollte es möglich sein jegliche Artikel innerhalb eines Monats zurückzugegebn? Auch Lebensmittel? Oder hatte Lidl lediglich vergessen, die Lebensmittel vom Umtausch auszuschließen, vielleicht aufgrund des begrenzten Platzes auf dem Kassenzettel? “Mitnichten”, wie mich eben ein Mitarbeiter Lidls per Anruf! aufklärte: “Dies sei bewusst so gewählt und Teil des Kundenservice. Es geht dabei um die Kundenzufriedenheit. Sollte der Kunde mit einem Produkt nicht zufrieden sein, so kann er es innerhalb des angegebenen Zeitraumes zurückbringen. Das gilt zum Beispiel auch für eine Salami…” Da schau einer an! :)

Überfall oder wessen Früchte sind es?

22 April 2006

Beim Durchblättern des BGB bin ich auf die Antwort auf eine altbekannte Frage gestoßen, die, wenn ich mich recht entsinne, auch schon mal Thema einer TV-Werbung eines Versicherungsunternehmens war, nämlich der, wem die auf das eigene Grundstück heruntergefallenen Früchte eines auf dem benachbarten Grundstück stehenden Baumes oder Strauches gehören. Dem Eigentümer des benachbarten Grundsückes, oder einem selber. Die Antwort liefert Paragraph 911 BGB, der den etwas irreführenden Namen “Überfall” trägt, wobei hiermit natürlich nicht der Banküberfall o.ä. gemeint ist, sondern wohl eher das über die Grundstückgrenze hinweg stattfindene Fallen der Früchte, eben “Überfall”:

»§ 911 Überfall

Früchte, die von einem Baum oder einem Strauche auf ein Nachbargrundstück hinüberfallen, gelten als Früchte dieses Grundstücks. Diese Vorschrift findet keine Anwendung, wenn das Nachbargrundstück dem öffentlichen Gebrauch dient.«