![[Bild: Baron kurz nach dem Start in Düsseldorf]](http://www.haitech-blog.de/images/uploads/fs1.jpg)
Wer sich mit dem Flugsimulator 2002 beschäftigt, sucht immer nach neuen Herausforderungen. Sei es nun ein schwer anzufliegender Flughafen, ILS-Anflug bei Null-Sicht oder, wie im Fall der Atlantiküberquerung mit einer Baron, das Spielen mit dem Treibstoffvorat.
Ein riskantes Spiel, dass musste ich bereits bei meinem ersten Atlantikflug mit einer Concorde erfahren. Gestartet in London Heathrow mit Ziel New York JFK ist mir bereits kurz vor Erreichen des amerikanischen Festlandes der Sprit ausgegangen. Nur mit Hilfe von schmutzigen Tricks über das Menü konnte ich mich und meine 92 Passagiere vor eine Wasserung bewahren. Mit diesem Erlebnis war aber eine neue Idee geboren. Die Atlantiküberquerung mit einer Baron. Anders als die Concorde würde es die Baron unter idealen Bedingungen nicht im Non-Stop-Flug schaffen. Das war nach einem Blick auf die technischen Daten sofort klar. Ohne Zwischenstopps ging da nichts! Mindestens zwei Stück mussten es sein, bei einer Reichweite von ca. 2900km.
Nach einem Blick in den Atlas stand die Route:
Düsseldorf (EDDF) – Kevflavik, Island (BIKF) – St. Johns, Neufundland (CYYT) – Providence, Rhode Island, USA (KPVD)
Im Morgengrauen in Düsseldorf gestartet, wartete ein aufregender Flug auf mich…
![[Bild: Baron über den Niederlanden]](http://www.haitech-blog.de/images/uploads/fs2.jpg)
Düsseldorf, 6 Uhr. Der Motor läuft. Starterlaubnis! Und ab die Post! Kaum gestartet dreh` ich auch schon ab Richtung Niederlanden. Nur nicht unnötig Treibstoff verschwenden. Bei einer Geschwindigkeit von 100 Knoten verliere ich Düsseldorf schnell aus den Augen. Nach etwa der Hälfte der ersten Teilstrecke, mitten im Atlantik, wage ich einen Blick auf den Treibstoffanzeiger. Knapp unter fünfzig Prozent. Bei dieser Geschwindigkeit würde ich wohl nicht in Island ankommen. Natürlich, beim Sinkflug auf Keflavik laufen die Motoren nur noch im Leerlauf, brauchen also kaum Sprit, aber was, wenn etwas dazwischen kommt? Ein Extra-Anflug zum Beispiel? Nein, zu riskant! Die Geschwindigkeit muss weiter runter, es gilt Kraftstoff zu sparen! Mit dem leisen, monotoren Brummen der zwei Motoren halte ich mich bei 85 Knoten gerade noch in der Luft. Um kurz vor 13 Uhr erreiche ich den im Flachland Islands gelegenen Flughafen Keflavik, hinter mir die schneebedeckten Berge. Die Kraftstoffreserve hatte ich zur Hälfte angezapt!
![[Bild: Baron Cockpit bei Nacht]](http://www.haitech-blog.de/images/uploads/fs3.jpg)
Während dem Auftanken tanke auch ich auf, gönne mir einen Kaffee zur Stärkung. Aber es gilt keine Zeit zu verlieren, also schenke ich mir ein ausgiebiges Mittagessen und rolle wieder zur Startbahn. Kaum in der Luft, drehe ich ab Richtung Westen. Nächste Station: St. John`s, Neufundland. Aufrgrund der Probleme mit dem Treibstoff am Ende der ersten Etappe und der Tatsache, dass die Zweite etwas weiter ist, fliege ich nun gleich mit reduzierter Geschwindigkeit. Sicher ist sicher. Ein späteres Drosseln der Geschwindigkeit würde bei der zweiten Etappe sicherlich nicht mehr ausreichen, um heil ans Ziel zu gelangen. Ich sollte Recht behalten. Mit den letzten Tropfen rette ich mich und meine Maschine nach der Landung in St. John`s zur Tankstelle. Mittlerweile ist es halb 10 Uhr abends. Bereits während dem Flug hat sich die Sonne verabschiedet. Nachtlandung in St. John`s. An der Tankstelle in St. John`s wird mir klar, dass ich es geschafft habe. Die letzte Etappe nach Providence ist mit zirka 800-900nm Meilen keine Herausforderung mehr, aber natürlich will ich es zu Ende bringen. Somit starte ich wieder und nehme Kurs auf Providence.
![[Bild: Baron im Landeanflug auf Providence]](http://www.haitech-blog.de/images/uploads/fs4.jpg)
Kurz nach 1 Uhr stelle ich schließlich meine Baron im Parkbereich des Flughafens Providence ab. Mein Arbeitstier und ich haben durchgehalten und wir sind sicher am Ziel angekommen.
Die Eckdaten:
System: Microsoft Flugsimulator 2002 Prof.
Flugzeug: Beechcraft Baron 50
Navigation: GPS (frei, ohne Funkleitung)