Mir war irgendwie langweilig. Also habe ich mich kurzerhand entschlossen, mal wieder was Neues auszuprobieren, FreeBSD. Nicht, dass ich mit meiner Gentoo-Linux-Installation unzufrieden gewesen wäre, aber irgendwie will bei den langen Kompilierungsorgien doch keine richtige Freude aufkommen. Ich sehe keine große Erfüllung darin, den Kompiler Stunden bevor man ein Programm testen will anschmeißen zu müssen. Gut, das ist der Preis den man für Aktualität zahlen muss, schon klar.
Wie gesagt, die Trennung von meiner Gentoo-Installation viel mir nicht sonderlich schwer und somit war der Weg frei für FreeBSD. Die Installation lief angenehm und zügig, zum einen dank der gut geschriebenen Installationsanleitung, zum anderen durch das Systemtool sysinstall, das Schritt für Schritt durch die Installation leitet. Mit ein Grund, warum die Insallation so zügig ging war natürlich auch, dass ich mich für das Mini-ISO-Image des FreeBSD 4.8-STABLE-Releases entschied und die Aufteilung der Festplatte der angebotenen Auto-Funktion überließ.
Nach der Basisinstallation überprüfte ich nur kurz, ob der Bootmanager auch beide installierten Betriebssysteme ordentlich bootet, eh ich mich an die weitere Konfiguration von FreeBSD machte. Erste Priorität hatte nun Notebook ins Internet zu bringen, um weitere Software aufspielen zu können. Die Aufgabe gestaltete sich aber weniger schwierig als gedacht. Obwohl die Einrichtung unter FreeBSD etwas anders läuft als von Linux her gewöhnt, bei FreeBSD ist der Befehl ifconfig für die Konfiguration zuständig und nicht iwconfig, des weiteren unterscheiden sich die Parameter ein wenig, waren meine Ping-Versuche dank manpages und des deutschen Handbuches sehr bald erfolgreich.
Das Aufspielen weiterer Software konnte beginnen. Teilweise direkt mit pkg_add, teilweise über das Tool sysinstall kam nach und nach alles auf den Rechner, was man so braucht. KDE, Gnome2, gimp und natürlich eine andere Shell, die bash. Die Einrichtung von XFree86 machte keinerlei Probleme, von meiner Dummheit mal abgesehen. Ich wollte dem X-Windows-System doch glatt weismachen, 1400×1024 sei eine gültige Auflösung. Als ich meinen Fehler korrigierte und 1050 statt 1024 eintrug, lief X schließlich auch mit dieser Auflösung einwandfrei. Die Möglichkeit kdm statt xdm zu verwenden und beim Start ausführen zu lassen war auch schnell gefunden, man kann das ganz einfach über die Datei /etc/ttys steuern.
Einiges Kopfzerbrechen bereitete mir allerdings die Konfiguration der Soundkarte, einer Maestro-2. Sie läuft immer noch nicht, weil das Laden der Kernelmodule via kldload alleine dem Notebook leider keine Töne entlocken konnte. Meine Recherchen in Newsgroups haben ergeben, dass es wohl allgemein ein Problem mit der Maestro-2 zu geben scheint. Durch mögliche Lösungansätze muss ich mich erst noch durcharbeiten.
Erstes Fazit: Ich bin angenehm überrascht, die Installation von FreeBSD lief insgesamt sehr flott, ich glaube so schnell bin ich noch nie zu einem lauffähigem X-System gekommen, von einer eingelegten Knoppix-CD mal abgesehen. Das Handbuch ist eine gute Hilfe bei der Installation und Konfiguration des Systems. Einziger Wehrmutstropfen ist also die fehlende Soundunterstützung, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das Problem auch noch lösen werde. Wenn nicht, könnte ich es auch verschmerzen, weil für Musik eh der Mac zuständig ist.