Schöne heile Spielwelt. Wenn das Geld verdienen im echten Leben doch auch so einfach wäre. Mein Speditionsunternehmen HaiTrans (Firmensitz: Frankfurt a.M.) mischt nun erst 2 1/2 Monate im Geschäft mit und aus meinem Startkapital von 500.000€ sind mittlerweile 1.25 Millionen geworden. Wer an dieser Stelle glaubt, dahinter steckt ein Fuhrunternehmen mit einem Dutzend LKWs, der irrt. Gerade einmal drei Stück stehen auf dem Hof. Und da bleiben sie auch meißtens. Mittlerweile kann ich schon fast behaupten, die LKWs habe ich nur so zum Spass. Ausserdem muss man ja den Schein wahren, dass es sich hier um eine Spedition handelt. Genauer betrachtet bin ich Börsenspekulant und Auftragsvermittler. Mal ehrlich. Wenn ich ein Subunternehmen beauftrage, dass zu einem günstigeren Preis fährt, als ich es selber könnte, bzw. nur geringfügig teurer ist in manchen Fällen, warum sollte ich mir dann eine eigene LKW Flotte antun mitsamt teurem Personal das nur am meckern ist? Die 35 Prozent Gewinnaufschlag streiche ich in beiden Fällen ein. Eigene Fahrten machen dabei so gut wie keinen Sinn. Outsourcing hat also auch schon in die Spielwelt Einzug erhalten.
Für den irgendwann angestrebten Börsengang meiner Firma macht es keinen Unterschied, ob die Spedition wirklich eine LKW-Flotte unterhält oder nicht. Dafür sind nur die Zahlen wichtig! 1.5 Millionen Euro Umsatz sind notwendig. Das die Firma dabei Gewinn abwerfen muss, ist selbstverständlich. Aber, das ist ja nicht schwierig. Denn selbst wenn es beim Weitervermitteln einmal stocken sollte, an der Börse lässt sich immer gut Geld verdienen. Schlaflose Nächte bleiben einem dabei erspart, wenn man erstmal durchschaut hat, wie das System läuft. Auf einen fahrenden Zug aufspringen ist dabei nämlich gar nicht nötig. Viel zu riskant. Dann lieber warten. Worauf? Bis eine Aktie den Kurswert von 1 Euro erreicht hat. Das ist das absolute Minimum. Nun deckt man sich mit 5000 Stück ein, 5000 Stück sind komischerweise die Höchstzahl die man erwerben kann, und wartet. Läuft`s gut stehen die Aktien in den nächsten Tagen oder Wochen vielleicht bei 20 oder 50 Euro, läuft`s moderat vielleicht auch nur bei 5 oder 8. Seinen Schnitt hat man so oder so gemacht. Dann heißt es raus mit dem Zeug und erneut eindecken, wenn die 1 Euro Marke das nächste Mal in Sicht kommt. Erfahrungsgemäß muss man nicht lange darauf warten.
So peppelt man das Unternehmen also nach und nach hoch, trotz zehn geldkostenden Mitarbeitern. Die hat mein Unternehmen ebensowenig nötig wie die drei LKWs, aber was tut man denn nicht alles? Zwar dankt einem diese gute Tat weder das Arbeitsamt, noch die Mitarbeiter, im Gegenteil, sie teilen mir gerade mit, dass sie mit der Arbeitssituation unzufrieden sind, aber so ist das Leben. Ich muss aber zugeben, so ganz ohne Hintergedanken, habe ich sie doch nicht angestellt. Leider bleibt mir nämlich vor lauter Arbeiten nicht viel Zeit Bekanntschaften zu machen, also hole ich sie mir einfach in die Firma! Was also liegt näher, als sich unter den weiblichen Angestellten eine Frau für`s Leben auszugucken? Leider geben die sich zickig, die wissen wohl nicht zu schätzen, wer ihnen jeden Monat das Gehalt bezahlt hat und wie schön sie es zukünftig haben könnten. Jegliche Einladungen werden zurückgewiesen. Teilweise wird ein bereits daheim wartender Mann als Grund vorgebracht, teilweise einfach mangelnde Lust nach einem harten Arbeitstag. Na dann halt nicht! Ist sowieso viel besser, wenn man sich nach der Arbeit ungestört und in aller Ruhe den Bildern und Tönen des Designer-TV-MultiCenter für 2757,46 € hingeben kann.
Fazit nach 2 1/2 Monaten in der Spielwelt von Der Planer 3: Während der Realismus im geschäftlichen Teil doch sehr zu wünschen übrig lässt, scheint das Privatleben schon näher an der Realität zu sein. Ähnlich wie im echten Leben gestaltet sich die Suche nach der Frau für`s Leben äußerst schwierig.
Nachschlag: Ich vergaß noch zu erwähnen, wie gewissenhaft die Werbekauffrau ihrer Arbeit nachgeht. Des öfteren habe ich schon einen Termin mit ihr verschwitzt. Sie ist aber geduldig und wartet so lange in meiner Firma, bis ich Zeit habe mit ihr zu reden. Egal ob das noch am gleichen Tag ist oder erst am darauffolgenden. Das nenne ich Service! Naja, oder ich bin ihr einziger Kunde…