Die PC-Welt berichtet heute über einen neuen Service. Den Online TV Recorder.
Was der Name des Services schon andeutet, sieht in der Theorie so aus, dass nach einer kurzen Anmeldung (Eingabe von Emailadresse/Passwort, im Anschluss Bestätigung der Anmeldung durch Klick auf Link in einer Email) über die Webseite der Online Videorekorder programmiert, nach Aufnahme jene heruntergeladen und nach Umwandlung jene angesehen werden kann.
In der Praxis geht es nicht ganz so einfach. Als erstes fällt auf, dass die Webseite äußerst träge ist. Die Reaktionszeit ist zum Teil dermaßen lang, dass der ungeduldige Anwender gerne ein zweites Mal auf einen Button klickt. Die Programmierung des Rekorders an sich ist dafür recht einfach. So genügt es zum Beispiel in einer Suchmaske den Titel der Sendung einzugeben und in der Ergebnisliste die entsprechende Sendung auszuwählen. Dies, sowie die Aufnahme, klappte bei meinem Test zunächst einwandfrei. Jedoch muss bei der im Anschluss an die Aufnahme stattfindenden Komprimierung der Daten ein Fehler aufgetreten sein, denn die Aufnahme wird in meiner Queue als “Bad File” geführt. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich keine Emailbenachrichtigung bekommen habe, die eigentlich nach einer erfolgten Aufzeichnung verschickt werden sollte. Als Folge kann ich natürlich nichts über die Qualität der Aufnahmen sagen. Durch den Fehler bei der Verarbeitung hat sich das Runterladen nicht angeboten, ich weiß gar nicht, ob es funktioniert hätte. Denn mit dem Runterladen ist es nicht getan. Im Anschluss gilt es noch mit einem auf der Seite zur Verfügung gestellten Programm (Windows) die Aufnahme in eine wmv-Datei umzuwandeln.
Also bleibt festzuhalten, dass das System noch so seine Kinderkrankheiten hat. Ich werde natürlich weiterhin versuchen eine laufende Aufnahme zu erhalten, um auch eine Aussage über die Qualität der Aufnahmen machen zu können. Jedoch ist die Tatsache, dass eine solche nicht immer klappt, schon ein deutlicher Minuspunkt. Ebenfalls negativ ist anzurechnen, dass für die Bearbeitung der heruntergeladenen Aufnahme ein Windows-Rechner benötigt wird. Positiv dagegen ist, dass einem mit 60GB ausreichend Platz für Aufnahmen zur Verfügung steht und, dass der Service bislang kostenlos ist. Werbefinanziert. Wenn er, das gilt es noch zu prüfen, dann auch funktioniert, also schon eine interessante Sache. Bis dahin baue ich aber weiterhin auf meinen guten alten VHS-Videorekorder.
Update 08.09.2005, 20:15:
Auch der zweite Aufnahmeversuch ist fehlgeschlagen. Dafür habe ich entdeckt, dass es einst einen Linux-Decoder für die Files gab. Für die aktuellen Aufnahmen ist jener jedoch nicht mehr zu gebrauchen. Eine neue Version wurde bislang nicht veröffentlicht.
Update 09.09.2005, 12:29:
Mittlerweile sind zwei Aufnahmen geglückt. Gestern Abend wurde sowohl das heute journal, als auch Harald Schmidt ohne Probleme aufgezeichnet. Die Dateien sind mit der Endung otrkey versehen (wmv.otrkey) und können so nicht abgespielt werden. Die otrkey-Dateien müssen erst mit der angebotenen Decoder-Software dekodiert werden. Nach Auswahl der Datei (Dateiname muss unverändert bleiben, also z.B. auf Harald_Schmidt_05.09.08_23-00_ard_30_TVOON_DE.wmv.otrkey lauten. Falls die Datei durch den Download download.php heißt, muss sie entsprechend umgenannt werden, sonst klappt das Dekodieren nicht.) und Eingabe der Registrierungsdaten der Seite (Email + Passwort) dauert der Vorgang jedoch nur wenige Sekunden. Im Anschluss erhält man eine reine wmv-Datei die sich tadellos abspielen lässt.
Nun einige Aufzeichnungsdaten: Video-Größe: 384×288, Audio: 44100hz, 16bps, 2ch, Bitrate: 551kbps. Eine 33:51 Minuten lange Aufnahme benötigt einen Platzbedarf von 136700 KB. D.h. zirka 4038,40 KB/min.
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings noch. Dadurch, dass sich die Sendung vor dem heute journal etwas in die Länge gezogen hat, beziehungsweise vielleicht durch ein Spezial zuvor verschoben hat, verzögerte sich auch das heute journal. Zwar baut der Online TV Recorder jeweils einen Puffer vor und nach der Sendung ein (we start recording 2 minutes before and stop 4 minutes after official air time!), dies hat jedoch im Fall des heute journals nicht genügt. Das Ende wurde abgeschnitten. Schade, dass hier strickt nach den Start und Endzeit gearbeitet wird und VPS ein Fremdwort ist. Ob man sich in diesem Fall damit helfen kann, den Start- und Endzeitpunkt einfach etwas großzügiger zu setzen, wie man es oft beim VHS-Videorekorder macht, wenn der Sender kein VPS hat, ist fraglich. Auf der Seite heißt es: Auto correction is ON, that means, if you enter 20:14 until 21:01 and we have a movie running from 20:15 to 21:00 , we use that time instead!
Im Fall von Harald Schmidt wurden nur 18:04 Minuten aufgezeichnet. Eigenartigerweise beginnt die Aufzeichnung mitten in und endet genau zum Schluss der Sendung. Mir ist nicht ganz klar, wie dies zustande gekommen ist.
Update 15.11..2005, 21:57:
Nach zwei verstrichenen Monaten war es mal wieder an der Zeit onlinetvrecorder einem Test zu unterziehen. Schauen, ob sich etwas verbessert hat. Leider nein. Sendungen der ARD werden immer noch abgeschnitten und nicht komplett aufgezeichnet. In meinem Fall betraf das beide Harald Schmidt-Sendungen der letzten Woche. Aufnahmen der ARD scheinen allgemein ein Problem zu sein, wenn man im Forum mal ein bisschen rumguckt. Eine weitere Testaufnahme im ZDF wurde mir bereits als fertig gemeldet. Doch leider konnte ich sie bislang nicht begutachten. Zum ersten Mal tauchte nämlich ein anderes Problem auf. Das des Bezuges! Nicht nur im Straßenverkehr gibt es eine Rush-Hour, auch bei onlinetvrecorder. Dann ist der freie Download nicht verfügbar, nur noch der kostenpflichte Download, sowie der Download via Emule. Der Download via Emule ist aber witzlos, weil auch nach Tagen die aufgenommene Datei nicht im Emule-Netz zu finden ist.
Die Freude fällt also geteilt aus, wenn die Nachricht über eine erfolgreiche Aufnahme eintrifft. Im ungünstigen Fall ist sie getrübt, denn an eine zeitnahe Wiedergabe der Aufnahme nicht zu denken ist. Es gilt erst eine günstige Zeit für einen freien Download zu erwischen. Erwischt man diese sieht es positver aus, so die Aufnahme auch komplett ist.
Sind wir denn nirgendwo mehr besser? Doch: »Das Letzte: Die Ratte ist ein Kunde«”