Der neueste Coup zum Klimaschutz kommt aus Australien: Glühbirnenverbot! Hierzulande wird über eine Anpassung der KFZ-Steuer nachgedacht. CO2-Ausstoß als Kriterium. Die Plakettenverordnung wird demnächst unsere Innenstädte vor “alten Dreckschleudern” schützen. Feinstaubgrenzen wollen eingehalten werden. Die gelten aber nur im Freien. Discotheken ausgeschlossen.
Ich will die neuerdings starken Bemühungen vieler Politiker in Sachen Klimaschutz nicht schlecht reden. Irgendwie muss man den Anfang machen. Doch wurde das alles auch mal zu Ende gedacht? Beziehungsweise wäre es zuviel verlangt auch noch einen Schritt weiter zu denken? Fragen/Anregungen/Gedanken:
- Hat sich schon einmal jemand die Ökobilanz einer Energiesparlampen angesehen bzw. diese verglichen mit einer herkömmlichen Glühbirne? Während eine normale Glühbirne in den Hausmüll wandert, ist eine Energiesparlampe Sondermüll! Quecksilber und je nach Art bestimmte Gase, die der Umwelt auch nicht sonderlich gut tun, sind enthalten. Erstaunlich, dass diese Tatsachen in der Diskussion gar nicht erwähnt werden, schlimmer, dass selbst Umweltgruppen Energiesparlampen als die Heilsbringer empfehlen.
- Plakettenverordnung schön und gut. Was ist die Folge? Alte Autos, die noch weitere Jahre gefahren werden könnten, werden, sofern möglich, früher als nötg ersetzt. Evtl. gegen Neuwagen. Gut für die Wirtschaft. Aber auch gut für die Umwelt? Ist, wenn man die Energiebilanz inkl. Herstellung, Betrieb, Verschrottung eines Autos in Betracht zieht, dies nicht schädlicher, als wenn man das alte Auto weiter fahren würde?
- Als Ergänzung zum vorherigen Punkt: Grundsätzlich zu verdammen wären kurze Produktzyklen, schnell kaputt gehende Geräte, schwer wartbare Geräte (statt einer Schraube muss gleich ein ganzer Kotflügel ersetzt werden o.ä.
), schnell veraltete Geräte, Geräte mit schlechter Energiebilanz bei der Herstellung/Betrieb, Verwendung von schädlichen, schwer entsorgbaren Stoffen, Wegwerfspielzeug usw. Energie- und Ressourcenverschwendung. Abhilfe? Hm. Wie klängen Strafzahlungen, wenn bestimmte Werte nicht eingehalten werden? Updatefähigkeit von Geräten gewährleisten/fördern, um auf dem neusten Stand der Technik zu bleiben, ohne gleich ein Neugerät kaufen zu müssen. Stichwort: Module.
- Warentransporte. Warum sollen nur die Autofahrer gerügt werden. Was ist mit Firmen, die Waren rund um die Welt schicken, per Flugzeug oder per Schiff, nur weil ein Arbeitsschritt dort billiger ist, inklusive Transport!, als hierzulande. Warum müssen Nordseekrabben nach Marokko verfrachtet und dort gepult werden? Gehört sowas dann nicht auch verboten, zugunsten des Klimaschutzes?
- Zurück vor die eigene Haustür. Früher wurde Sperrmüll und Co vor jener abgeholt. Mittlerweile ist es gang und gäbe, dass Einwohner ihr Zeugs selbst zum Bauhof fahren müssen. Für Oberursel heißt das also, leicht übertrieben, dass jeden Samstag 40000 Leute den Weg zum Bauhof einschlagen. 40000 statt drei, vier große Wagen, die das Zeug einsammeln. Hm.
- Warum müssen die Züge im Winter überheizt werden. Für’s Schwitzen ist der Sommer da!
- Förderung regionaler Produkte. Sonderbesteuerung für herangeschaffte Produkte. Kein Mensch braucht bayerisches Bier in hessischen Supermärkten!
- Was wird gegen furzenden Kühe gemacht? (Klimakiller ersten Ranges aber auch Die Mär vom Klimakiller Kuh)
- Motorsport? Verbieten! (Nur über meine Leiche!
Wurde aber einst von Jutta Ditfurth in der Sendung “Der heiße Stuhl” gefordert…)
- Warum ist Fliegen eigentlich oftmals billiger als Bahnfahren?
- Was ist eigentlich aus dem Traum vom papierlosen Büro geworden? Papier-Konsum killt Wälder
Die Liste ließe sich beliebig ergänzen. Am Ende wird man immer zum Schluss kommen, dass es das Beste wäre, die Menschheit würde verschwinden (Alte bekannte Botschaft: “Die Natur braucht uns nicht, aber…”). Da das nicht geht, beziehungsweise diese Entscheidung sicherlich nicht auf große Zustimmung stoßen würde, heißt es Kompromisse zu finden. Radikalschläge kaum möglich. Zuviele Faktoren sind im Spiel. Wirtschaftliche Interessen, Gewinnsicherung, Arbeitsplätze, Lebensqualität erhalten, ebenso Lebensstandards. Man stelle sich vor, von heute auf morgen wäre die Kunstschneeproduktion verboten. Gut für den Klimaschutz. Schlecht für die vom Skitourismus lebenden Regionen. Bang – aus. Von 100 auf 0.
Also womit jetzt anfangen? Neues Auto kaufen? Alle Glühbirnen gegen Energiesparlampen ersetzen? Vielleicht mal klein starten: Mit einem Solarladegerät für den iPod! Wahrscheinlich ist die Herstellung eines solchen Geräts so schädlich wie der herkömmliche Betrieb eines iPods für die nächsten 1000 Jahre. Aber davon hat unsereins ja keine Ahnung, keinen Durchblick. Hauptsache das Gewissen ist beruhigt. So ist das doch. Gesegnet sei an dieser Stelle das Duale System. Man stelle sich vor, man könnte auf die Frage “Was tun sie für den Umweltschutz?”, gerne gestellt und oft gehört in den letzten Tagen, nicht mit: “Ich trenne Müll!” antworten. Schrecklich! Man müsste mit der Wahrheit rausrücken: “Nichts! Ich arbeite sogar gegen ihn! Ich bin doch ein Mensch!”
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